Rund ums Elektroauto - das müssen Sie wissen

Ein Elektroauto wird an einer Ladesäule aufgeladen.

Autofahren mit Strom? Vor einigen Jahren war das für viele Menschen kaum vorstellbar. Inzwischen ist das Thema Nachhaltigkeit längst in der Automobilwelt angekommen. Elektromobilität ist seither ein Dauerbrenner in den Medien. Nicht zuletzt, weil das Ziel von einer Million zugelassenen Elektroautos in Deutschland bis 2020 laut Bundezkanzlerin Merkel nicht erreicht werde. Die Marke soll aber bis 2022 geknackt werden. Fördergelder stehen noch reichlich zur Verfügung. Wer sich für einen Stromer oder Hybrid-Plug-in interessiert, kann sich den Umweltbonus bis zu 4.000 Euro jetzt noch sichern.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland rund 68.000 Elektroautos zugelassen. 2015 waren es im Vergleich nur 23.500 Neuzulassungen. Der Gesamtbestand an Elektro-Pkw lag bei 53.861 und 236.710 Hybrid-Pkw, davon 44.419 Plug-In-Hybrid (Stand am 1.1.18 lt. Kraftfahrtbundesamt).

China bleibt Spitzenreiter auf dem Elektroauto-Markt

Den mit Abstand stärksten Markt in der Elektromobil-Industrie hat China. Dies liegt neben hohen Fördermöglichkeiten auch an den strengen Zielvorgaben der Regierung: Bis 2020 sollen fünf Millionen Elektrofahrzeuge über chinesische Straßen rollen.

Laut den Daten des Energieforschungsinstituts ZSW steht China mit mehr als 2,6 Mio. Elektroautos an erster Stelle. Die USA stehen mit knapp 1,1 Mio. Einheiten auf Platz zwei.

Den Spitzenplatz in Europa sichern sich die Norweger. Knapp 298.000 Elektroautos sind auf den Straßen der Skandinavier unterwegs. Ab 2025 will man dort überhaupt keine Neuwagen mit Verbrennungsmotor mehr zulassen.

Sie interessieren sich für den Kauf eines Elektroautos?

Zur Übersicht haben wir im Folgenden die wichtigsten Informationen für Sie zusammengestellt.

Elektro- oder Hybridauto – Wo liegt der Unterschied?

Elektroautos werden durch einen Elektromotor angetrieben, welcher die Energie aus einem Lithium-Ionen-Akku zieht. Das Elektroauto fährt beinahe geräuschlos und hat eine Reichweite, je nach Fahrzeugmodell, von ca. 120 bis 220 km. Mit dem Einbau eines Range Extenders kann die Reichweite auf bis zu 500 km erweitert werden.

Hybridautos haben eine Kombination aus einem Elektro- und Benzinmotor. Das dynamische Fahren führt zu einer Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs, da der Benzinmotor nur bei mehr Leistung gefordert wird. Somit ergibt sich eine Reichweite von über 500 Kilometern allein durch den Akkumulator. Weitere 150 km kommen durch den Benzinmotor hinzu.

Elektro- und Hybridautos müssen regelmäßig geladen werden, denn bei einer Tiefentladung verringert sich die Lebensdauer ihrer Batterien.

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Wo kann ich Strom tanken?

Zu Hause

Über Nacht laden und am nächsten Morgen fahrbereit sein- Elektroautos verfügen über ein standardisiertes Ladekabel, dass das Aufladen an einer regulären Haushaltssteckdose ermöglicht. Dazu ist jedoch eine fachmännische Überprüfung der Steckdosen notwendig. Die Ladezeit variiert je nach Stromanbieter und Fahrzeugmodell. So kann eine Aufladung zu Hause bis zu 20 Stunden dauern. Durch die Installation einer Wandladestation kann der Ladevorgang deutlich beschleunigt werden.

Unterwegs

Natürlich können Sie Ihr Elektroauto auch an öffentlich zugänglichen Ladepunkten aufladen. Das sind zum Beispiel Parkplätze mit Ladesäulen in Parkhäusern, auf Supermarkt- und Hotelparkplätzen oder auf öffentlichen Straßen.

Über das ladesaeulenregister.de finden Sie freie und passende Stationen in Ihrer Umgebung.

Wie viele Ladestellen gibt es?

Seit 2017 hat sich die Anzahl der Ladestationen für Elektroautos in Deutschland mehr als verdoppelt. Anfang 2019 ergibt sich somit ein Bestand von 16.100. Unterschieden wird zwischen Normallade- und Schnellladepunkten. Mit Blick in die Zukunft soll es 2020 36.000 Ladestellen für Elektroautos geben, davon 7.000 Schnellladepunkte.

Was sind Schnellladepunkte?

Aufladen in 30 Minuten! Diese Möglichkeit haben Sie an einer Schnellladestation. Allerdings können Sie Ihre Batterie hier nur bis zu 80 Prozent aufladen. Grund dafür ist die Überspannungsgefahr. Außerdem sollten Sie wissen, dass sich häufiges Schnellladen negativ auf die Lebensdauer Ihrer Batterie auswirkt.

Welche Förderung erhalte ich für den Kauf eines Elektroautos?

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gewährt derzeit einen Umweltbonus in Höhe von 4.000 Euro für Elektrofahrzeuge und 3000 Euro beim Kauf eines Hybridautos. Planmäßig läuft dieser im Juni 2019 aus, über eine Verlängerung wird aber noch entschieden.

In einigen Bundesländern gibt es zusätzlich eine Förderung für private Ladestellen. NRW zahlt beispielsweise 1000 Euro.

Des Weiteren gilt eine zehnjährige Steuerbefreiung für Elektroautos, die zwischen dem 1. Januar 2016 und 31. Dezember 2020 zugelassen werden.

Wer den Zuschuss erhalten möchte, muss darauf achten, dass der Basispreis des Elektrofahrzeugs unter 60.000 Euro liegt. Der Autohersteller Tesla senkte seinen Preis für das Model S aus diesem Grund absichtlich ab, sodass auch seine Kunden einen Antrag auf das Fördergeld stellen können. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Bafa.

Welche Leistungen sollte die Elektroauto-Versicherung beinhalten?

Die Elektroauto-Versicherung sollte unbedingt einen umfassenden Schutz für Ihren Akku anbieten, schließlich ist er ein wesentlicher Bestandteil Ihres Elektroautos.

Ihr Akku sollte gegen

  • Diebstahl und Beschädigung,
  • Brand und Explosion,
  • Kurzschlussschäden sowie Folgeschäden versichert werden.

Ratsam ist außerdem, die Batterie gegen Schäden durch Bedienungsfehler (Ladefehler) und Folgeschäden an der Ladestation und dem Akkumulator abzusichern.

Welche Fahrzeug-Modelle bieten deutsche Hersteller an?

Das meist verkaufte Elektroauto 2018 war der französische Renault Zoe mit 6.360 Neuzulassungen. Doch welche Modelle bieten deutsche Hersteller an? Hier ein Auszug aus der Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge:

  • BMW i3
  • E.GO Mobile Life
  • Opel Ampera- E
  • Smart fortwo EQ
  • VW e-up!
08.03.2019 zurück zur Blog-Übersicht