Bagatellschaden: Was tun?

Eine kleine Beule im Lack ist häufig ein Bagatellschaden.

Vielen ist es schon passiert: Beim Ausparken haben Sie versehentlich ein anderes Auto berührt und eine kleine Beule in dessen Stoßstange gefahren. Wie Sie sich im Bagatellschadenfall am besten Verhalten und worauf Sie unbedingt achten müssen, um korrekt zu handeln, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Was ist ein Bagatellschaden?

Im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet man den Begriff Bagatelle für unbedeutende, geringfügige Angelegenheiten. Betroffene empfinden natürlich anders. Der Bagatellschaden ist in erster Linie dadurch gekennzeichnet, dass es zu keinem Personenschaden gekommen ist und „lediglich“ kleine Dellen, Beulen oder Kratzer im Lack entstanden sind.

Polizei muss nicht kommen!

Sind sich die Unfallbeteiligten einig, besteht keine Notwendigkeit, die Polizei zu verständigen. Es muss also nicht immer bürokratisch zugehen, wenn sich beide Parteien einigen können:

• Fotografieren Sie den Schaden

• Erstellen Sie gemeinsam einen Europäischen Unfallbericht

• Melden Sie den Schaden Ihrer Kfz-Versicherung

Wann Sie trotzdem die Polizei rufen sollten:

• Der Geschädigt ist nicht auffindbar.

• Der Geschädigte vermutet einen größeren (nicht sichtbaren) Schaden

• Es besteht Uneinigkeit bei den Beteiligten

• Es besteht Annahme, dass der Unfallverursacher unter Drogen- oder Alkoholeinfluss steht

Bei Unsicherheit über die Schadenhöhe oder eskalierendem Streit, sollten Sie die Polizei hinzuziehen. Beachten Sie jedoch, dass die Hilfeleistung bei Bagatellschäden kostenpflichtig ist.

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Wofür ist die Bagatellschadengrenze da?

Die Schadenhöhe entscheidet, ob ein Schadenfall über den Versicherer reguliert wird oder ob man den Schaden besser „selber bezahlt“. Dem Geschädigten steht ein sogenannter Direktabwicklungsanspruch zu, durch den er sich zwecks Schadenregulierung an Ihre Kfz-Versicherung wenden kann. Er muss sich demnach nicht auf eine private Einigung mit Ihnen einlassen.

Wie hoch ist die Bagatellschadengrenze?

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (AZ VI ZR 365/03) liegt die Bagatellschadengrenze bei einem Verkehrsunfall bei 700 Euro. Dieser Wert ist jedoch ein Richtwert, im Einzelfall kann das zuständige Gericht auch höhere Werte veranschlagen.

Selber zahlen oder Schaden zurückkaufen?

Sollte der Geschädigte von seinem Anspruch auf Direktabwicklung absehen, können Sie den Schaden entweder selber zahlen oder von Ihrer Kfz-Versicherung zahlen lassen und später zurückkaufen.

Ob Sie Ihre Versicherung in Anspruch nehmen sollten, lässt sich pauschal nicht beantworten:

Angenommen, Sie haben einem anderen Pkw-Fahrer einen Lackschaden in Höhe von 250 Euro verursacht, dann kann es sein, dass Sie dadurch im Folgejahr einen deutlich höheren Jahresbeitrag zahlen müssen. Zwar wird der Schaden von der Versicherung bezahlt aber Sie erhalten auch eine schlechtere Schadenfreiheitsklasse und diese wirkt sich dann ebenfalls negativ auf Ihre Beiträge aus.

Tipp: Kontaktieren Sie Ihren Versicherer und lassen Sie sich beraten, denn den Schaden müssen Sie ohnehin melden (AKB)! Es empfiehlt sich häufig, den Schaden zunächst über die Kfz-Versicherung regulieren zu lassen, da manchmal Folgekosten entstehen, die im Vorfeld nicht absehbar waren.

Bei AdmiralDirekt.de erhalten Sie nach der Schadenregulierung ein Informationsschreiben, dass die Höhe des Schadens ausweist. Dadurch erfahren Sie, ob die Bagatellschadengrenze erreicht wurde. Das Rückkaufschreiben können Sie bei Ihrer Kfz-Versicherung immer anfordern. AdmiralDirekt.de sendet es Ihnen automatisch zu, sollte der Betrag unter 500 Euro liegen.

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22.08.2018 zurück zur Blog-Übersicht