Autounfall: Was tun?

Unfälle sind nervenaufreibend, egal wie schwerwiegend sie sind. Im Ernstfall ist es besonders wichtig, Ruhe zu bewahren und die eigenen Rechte sowie Pflichten zu kennen. Wir haben eine Checkliste für Sie zusammengestellt - so handeln Sie nach einem Unfall richtig:

1. Unfallstelle absichern

2. Erste Hilfe und Notrufe absetzen

3. Polizei rufen

4. Beweise sichern

5. Unfallbericht schreiben

6. Versicherung informieren

Unfallstelle absichern

Um weitere Unfälle zu vermeiden, sichern Sie zu allererst die Unfallstelle ab:

  • Setzen Sie den Warnblinker.
  • Ziehen Sie Ihre Warnweste an – am besten noch im Auto.
  • Stellen Sie Ihr Warndreieck mit folgendem Abstand auf – seien Sie vorsichtig und achten Sie auf den Verkehr:
    • In der Stadt 50 Meter
    • Auf Landstraßen 100 Meter
    • Auf Autobahnen 200 Meter.

Tipp: Der Abstand zwischen zwei Leitpfosten beträgt 50 Meter.

Bei Blechschäden sollten Sie schnell dafür sorgen, dass der Verkehr wieder fließen kann. Fahren Sie Ihren Pkw an den Straßenrand und klären Sie alles Weitere von dort aus.

Bei kleinen Blechschäden fahren Sie Ihren Pkw an den Straßenrand, sodass der Verkehr weiterfließen kann. Bei größeren Schäden achten Sie darauf, dass Sie keine Unfallspuren beseitigen und abwarten bis die Polizei vor Ort den Unfall aufgenommen hat.

Im Notfall: Erste Hilfe leisten

Als unmittelbar beteiligte Person sind Sie dazu verpflichtet, Verletzten Erste Hilfe zu leisten. Prüfen Sie zunächst, ob die Person ansprechbar ist und welche Verletzungen vorliegen. Rufen Sie danach sofort die Rettungskräfte.

Im Bedarfsfall: Notruf 112

In Stresssituation verlieren viele Menschen die Nerven. Versuchen Sie ruhig zu bleiben und stellen Sie sich auf folgende fünf W-Fragen ein:

  • Wo ist der Unfall geschehen?
  • Was ist genau passiert?
  • Wie viele Personen sind verletzt?
  • Welche Verletzungen liegen vor?
  • Warten Sie auf Rückfragen!
  • Wie finde ich die nächste Notrufsäule?

Wenn Sie kein Mobiltelefon haben, laufen Sie maximal einen Kilometer bis zur nächsten Notrufsäule. Den kürzesten Weg entnehmen Sie den schwarzen Pfeilen auf den Leitpfosten.

Dokumentation des Unfalls

  • Fotografieren Sie die Unfallstelle und die beschädigten Fahrzeuge aus mehreren Perspektiven, um ein ganzheitliches Bild zu geben.
  • Schäden sollten Sie möglichst detailliert aufnehmen.
  • Auch Reifenspuren auf der Straße sind festzuhalten (sofern Sie sich bei der Aufnahme nicht gefährden).
  • Genaue Unfallskizzen geben Hinweise darauf, wer die Schuld trägt.

Notieren Sie sich unbedingt auch:

  • Kennzeichen, Name und Anschrift des Unfallgegners
  • Versicherer und Vertragsnummer des Unfallgegners (kann über den Zentralruf der Autoversicherer unter 0800 25 026 00 erfragt werden)
  • Die Anschrift des Fahrzeughalters (wenn abweichend zum Fahrer)
  • Unfallort
  • Zeitpunkt
  • Namen und Adressen von Zeugen


Tipp: Es ist ratsam, einen Unfallbericht zu erstellen, und diesen von allen Beteiligten unterzeichnen zu lassen.. Wenn Sie kein Smartphone nutzen, ist es sinnvoll eine Kamera im Auto zu haben.

Wann sollte ich die Polizei rufen?

Die Polizei sollten Sie immer dann rufen, wenn es Verletzte gibt oder wenn es zu schweren Sachschäden gekommen ist. Rufen Sie insbesondere dann die Polizei, wenn Sie den Eindruck haben, dass einer der Unfallbeteiligten unter Alkohol- oder Drogen steht oder aus dem Ausland kommt.

Auch wenn die Schuldfrage nicht an Ort und Stelle geklärt werden kann, ist es ratsam, die Polizei zu kontaktieren.

Wichtig: sollten Sie einen Unfall an einem parkenden Auto verursachen, rufen Sie immer die Polizei! Ein Zettel an der Windschutzscheibe genügt nicht – es handelt sich hierbei um den Straftatbestand der Fahrerflucht.

Muss ich die Versicherung benachrichtigen?

Ja, Sie müssen Ihre Versicherung grundsätzlich informieren. Unabhängig davon, ob Sie den Unfall verursacht haben oder nicht.

Haben Sie den Unfall verursacht,

informieren Sie Ihre Kfz-Versicherung, damit sie alles Weitere für Sie klären kann. Achten Sie darauf, dass Sie Schuldeingeständnisse am Unfallort vermeiden.

Haben Sie den Unfall nicht verursacht,

sollten Sie ebenfalls Ihre Versicherung verständigen. Zusätzlich sollten Sie direkt die Versicherung des Verursachers kontaktieren. Sie erfahren dann, wie Ihr Schaden reguliert wird.

Nach einem Unfall immer das Warndreieck aufstellen!
14.02.2018 zurück zur Blog-Übersicht