Update zum Abgasskandal: Aktuelle Entwicklung

EU-Vorgabe für Neuwagen: 30 Prozent weniger C02 bis 2030

Häufig haben wir über den Abgasskandal berichtet. Politik, Vertreter der Umwelthilfe und Automobilhersteller stehen in ständigem Diskurs.

Nun gibt es eine neue Verordnung von der EU-Kommission, die festhält, dass Automobilhersteller den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent verringern müssen.

Die CO2-Ziele

Geplant ist eine Reduktion in zwei Schritten:

• Bis 2025 sollen Neuwagen 15 Prozent weniger Kohlendioxide ausstoßen.

• Bis 2030 müssen 30 Prozent weniger CO2 emittiert werden.

Zusätzlich soll der Anteil alternativer Antriebe, also beispielsweise Elektroautos oder Hybridfahrzeuge, bis 2030 bei 30 Prozent liegen. Um einen Anreiz zu schaffen, stellt die EU Fördergelder in Höhe von 800 Millionen Euro für den Ausbau von Ladestationen für Elektrofahrzeuge bereit.

Hohe Strafen für Automobilkonzerne

Autohersteller, die den Forderungen nicht nachkommen, müssen mit satten Strafen rechnen. Die EU-Kommission sieht vor, 95 Euro für jedes zu viel ausgestoßene Gramm CO2 zu berechnen. Für große Automobilkonzerne kommen da schnell Millionensummen zusammen.

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Letztes Update vom 24.08.2017

Dieselgate – Ende des Verbrennungsmotors

Immer mehr Details im Abgasskandal werden bekannt und schon lange ist klar, dass nicht nur der Hersteller VW manipuliert hat. Dennoch überschlagen sich die Meldungen aus der Automobilbranche in den Medien. AdmiralDirekt.de fasst zusammen, was auf Dieselfahrer zukommt.

Erst kürzlich trafen sich Politiker und die Führungsspitzen der Autoindustrie zum Dieselgipfel. Das Ergebnis: Fünf Millionen Fahrzeuge müssen umgerüstet werden. Zusätzlich sollen Umtauschprämien Besitzer alter Dieselfahrzeuge dazu animieren ein neues Auto zu kaufen. Die Industrie freut sich, doch vielen ist das nicht genug.

Deutsche Umwelthilfe fordert Fahrverbote

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat bereits in Düsseldorf, München und Stuttgart Diesel-Fahrverbote ab 2018 vor Gericht erwirkt. Die DHU plant ein Fahrverbot für alle 62 Städte, in denen die Grenzwerte überschritten werden.

Nun äußert sich auch Umweltministerin Hendricks (SPD) und fordert: " Es wird eine Nachrüstung der Hardware geben müssen", denn "Nachbesserungen mit Software-Updates werden nicht ausreichen, um die notwendigen Reduzierungen zu erreichen".

Andere Länder scheinen weiter zu sein

Während Frankreich und Großbritannien die Abschaffung des Verbrennungsmotors bis 2040 ankündigen und ein schwedischer Autohersteller bereits ab 2019 ausschließlich auf Elektro- oder Hybridantrieb setzen will, scheint in Deutschland die Automobilindustrie den Takt anzugeben.

Betrachtet man das Ergebnis des Dieselgipfels, fällt es zugunsten der Industrie aus: Fünf Millionen Fahrzeuge müssen umgerüstet werden. Die Medien sehen die Automobilindustrie als Gewinner, denn die Industrie hat ihr Angebot zur Verbesserung 1:1 durchgesetzt.

Was bringt die geplanten Software-Updates?

Die Automobilhersteller können bei ohnehin anfallenden Service/Wartungsaktionen Software-Updates aufspielen und sind dann „schnell aus dem Schneider“, erklärt Umweltexperte Werner Eckert in einem Interview mit der Tagesschau. Durch die Umrüstung der betroffenen Pkw könne die Luft (wenn überhaupt) nur minimal verbessert werden, so Eckert weiter.

Umtauschprämie

Zusätzlich zu den Updates unterbreiten die Automobilhersteller nun auch konkrete Angebote, wenn sich Kunden für ein neues Diesel-Modell entscheiden. Zwischen 1.000 und 10.000 Euro bieten viele Hersteller für das alte Fahrzeug. Zusätzlich kümmern sich die Hersteller um die Entsorgung der alten Pkw.

Was erreichen Nachbesserungen an der Hardware?

Durch den Einbau eines Harnstofftanks können die Abgaswerte merklich verbessert werden. Das Problem: Der Einbau solcher Tanks ist nicht schwierig, sondern auch teuer. Die Autohersteller wollen davon nichts wissen und halten an Software-Updates fest.

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Letztes Update vom 19.07.2017:

HU-Plakette für Dieselfahrzeuge in Gefahr?

Seitdem der VW-Abgasskandal bekannt wurde, ist der Begriff Schadstoff-Software in aller Munde. Erfahren Sie mehr darüber, wie die Bundesregierung betroffene Autobesitzer zur Umrüstung zwingen möchte und warum nun auch der Automobilkonzern Daimler im Fokus der Staatsanwaltschaft steht.

Umrüstzwang: Bundesregierung droht mit Entzug der HU-Plakette

Es ist schon eine Weile her, dass der Abgasskandal des VW-Konzerns in den USA aufflammte. 2015 kam es zur ersten Rückruf-Aktion. Im Juli läuft die 18-monatige Umrüstfrist für Besitzer eines VW Amarok aus. Wer bis jetzt noch nicht in der Werkstatt war, um das Update aufspielen zu lassen, hat bei der nächsten Hauptuntersuchung wohlmöglich ein Problem. Die Bundesregierung überträgt den Organisationen, wie TÜV oder DEKRA die Prüfaufgabe: Fehlt das Update, gibt es keine Plakette.

Das Dilemma

Von einer Rücknahme des Fahrzeugs oder aber Entschädigung ist in Deutschland keine Rede. Zwar gibt es bereits eine Sammelklage, dennoch haben die Kläger eher schlechte Karten. Lassen sich die PKW-Besitzer nun auf die Umrüstung ein, kommt dies einem Eingeständnis gleich. Der Anspruch auf die Rücknahme des Fahrzeugs wäre damit hinfällig. Dieses Verhalten wurde von den Grünen stark kritisiert. In einem Artikel der RP Online heißt es "Dobrindt betreibt die Pervertierung des Verursacherprinzips. VW betrügt, und die betrogenen Autofahrer müssen nachher mit der Zwangsstilllegung rechnen."

Presseschau: Manipulation nun auch bei Daimler?

Neben VW und Audi gibt es nun auch gegen Daimler ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Verwendung unzulässiger Abschalteinrichtungen. Von 2008 bis 2016 soll Daimler Autos mit manipulierter Software verkauft haben. Zu den Vorwürfen kommt noch hinzu, dass Daimler mit verbotener Werbung die Käufer in die Irre geführt und betrogen haben soll ( Zeit). Bis vor wenigen Tagen hatte sich der Autobauer noch gegen die Vorwürfe gewehrt. Dennoch wurden im vergangenen Jahr bereits 270.000 Autos zurückgeholt. Nun ruft der Autobauer europaweit drei Millionen Dieselfahrzeuge in einer „freiwilligen Serviceaktion“ zurück ( Handelsblatt).

Als Service haben wir einige Anlaufstellen im Netz für Sie herausgesucht. Hier können Sie überprüfen, ob auch Ihr Auto betroffen ist:

VW-Besitzer

Audi-Besitzer

Daimler-Besitzer

Über den Auspuff werden Abgase, wie das gefährliche Stickoxid ausgestoßen.
13.11.2017 zurück zur Blog-Übersicht